Seit dem 6. September hat die Schule hier in Ludzi wieder angefangen und seit dem 13. unterrichte ich. Habe eine 6. Klasse mit ueber 120 Maedels, denen ich jeden Tag eine Schulstunde in "Expressive Arts" gebe. Dazu gehoeren dann traditionelle Taenze (von denen ich keine Ahnung habe), Musik allgemein, Naehen und Basteln, Zeichnen und Sport im Allgemeinen. Ich habe zwar einen Lehrplan, aber ich kann mir selbst ausschen, wie ich meine Stunden gestalte - solange sie etwas mit dem Thema zu tun haben. Da die Schuelerinnen fuer die Aufgaben oft viel Platz brauchen, findet der Grossteil des Unterrichts in "Expressive Arts" momentan draussen statt.
Jeden Morgen um viertel nach 7 versammeln sich an die 1000 Maedels auf dem Schulhof zur "Assembly!" Da wird dann ein kurzes Gzmnastikprogramm von 2 min absolviert, danach gemeinsam gebetet und dann singen alle die Nationalhymne. Ab und zu gibt es zum Ende hin auch noch ein weiteres Lied und dann rennen alle Kiddis in ihre Klassen und man muss aufpassen, dass man nicht im Weg steht.
Die Schulstunden dauern jeweils eine halbe Stunde und um viertel vor 2 endet der Unterricht. Als „Schulgong“ wird hier eine große Trommel verwendet, die die Signale für Assembly, Pause und Stundenanfang und -ende gibt. Die Klassen 1 – 5 haben keine Bestuhlung in ihren Klassen und sitzen somit auf dem Boden. In den Klassen 6 – 8 gibt es zwar Bestuhlung aber nicht genügend für alle Kinder. Einige sitzen also zu 3. an Tischbänken oder vor dem kleinen Podest (auf dem der Lehrer steht) auf dem Boden. Wenn sie dann irgendwelche Fragen haben oder auf Toilette gehen wollen, kommen sie zu dem Pult und knien sich vor mich. Das ist total ungewohnt und macht es nicht gerade einfach, sie zu verstehen.
Der Unterricht ist generell sehr anders als in Deutschland. Meistens haben nur 5 von 125 Schülern ein Buch zur Verfügung – was vor allem in Fächern wie Englisch dazu führt, dass die Schüler nicht mitlesen können und somit selbst nicht wirklich gut Englisch lesen können, weil sie es einfach nie üben...Es mangelt an den Grundmaterialien, was den Unterricht nicht wirklich erleichtert. Das Lehrerkollegium besteht aus ca. 13 Lehrern. In der ersten Woche hab ich mir den Unterricht von Mr. Mphwenya angeguckt und einen deutlichen Unterschied zu vielen deutschen Lehrern festgestellt - In Deutschland findet man nicht viele Lehrer, die sich vor der gesamten Klasse "zum Affen machen" (Wie wir Deutschen es nennen würden), nur um etwas zu demonstieren oder zu veranschaulichen. Faszinierend wie oft alle (inklusive Lehrer) Spaß beim Lernen und Lehren haben und vielleicht führt gerade diese positive Grundstimmung dazu, dass alle bei der Sache sind (obwohl man ein Gemurmel nicht immer ganz ausschalten kann – Aber das ist auch kein Wunder bei der Klassengröße)!
Ich habe jetzt schon Respekt davor, die ganzen Namen zu lernen und die Mädels dann auch noch einzeln benoten zu müssen.... Glaube man verliert sehr schnell den Überblick =)
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