Mein Tag beginnt eigentlich spätestens um 6 Uhr (und das auch am Wochenende). Nachdem um 5, halb 6 und 6 Uhr die Glocken geläutet haben (die sich ja wie schon erwähnt, direkt gegenüber von unserem Haus befinden), hat man keinerlei Geduld mehr sich nochmal umzudrehen um für ein paar Minütchen zu schlafen.
Anschließend frühstücke ich und gehe dann Richtung Schule (um kurz nach 7 ist meistens die Assembly) oder aber Sonntags auch Richtung Kirche. Danach ist kurze Versammlung im Lehrerzimmer, man begrüßt alle und spricht kurz darüber, wie man geschlafen hat und was man am heutigen Tag so vor hat. Anschließend beginnt der ganz normale Schulalltag. Mittlerweile unterrichte ich bis zu 4 Stunden am Tag und zwischendurch male ich oft Plakate für meine Kollegen (weil sie von allem, sei es nur ein Strichmännchen, total fasziniert sind), korrigiere Tests, unterhalte mich mit einigen Lehrern - besonders gerne über die kulturellen Unterschiede - oder schreibe etwas für unsere Direktorin am PC (ich bin nämlich der absolute Computer-Fachmann hier).
Spätestens um 13.40 Uhr (nach Ende der letzten Stunde) bin ich dann zu Hause, esse Mittag und genieße meine Mittagspause.
Um 15.00 Uhr geht es dann weiter zum Internat, um verschiedenste Freizeitaktivitäten mit den Kindern durchzuführen. Das ganze geht dann bis ca. 17.00 Uhr / 17.30 Uhr und ich komme pünktlich, kurz vor dem „dunkel werden“ zu Hause an. Den Abend kriegt man mittlerweile auch ganz gut rum. Während man anfangs noch nach Aktivitäten und Beschäftigungen suchen musste, gibt es momentan so viel zu erledigen (sei es Schreibkram für die Schwestern, der noch erledigt werden muss, Stundenvorbereitungen, Berichte / Emails schreiben, duschen oder auch einfach mal einen Film gucken / ein Buch lesen und entspannen...).
Spätestens um 22.00 Uhr (was mir oft wie Mitten in der Nacht vorkommt, da es ja ab 18.00 Uhr stockdunkel ist) liege ich dann total erschöpft im Bett und versuche bei „Hundegejaule“ einzuschlafen.
An den Wochenende steht dann meist Waesche waschen, putzen, Freunde besuchen oder kleine Ausfluege auf dem Programm. Und ca 2 mal im Monat geht es nach Mchinji – dem naechstgroesseren Distrikt (in dem uebrigens Madonna ihr Kind adoptiert hat), um mal wieder einzukaufen, dennSachen wieErdnussbutter, Marmelade, Brot, Milch etc. gibt es leider auf unserem kleinen Markt in Ludzi kaum.
sonnenuntergang
Donnerstag, 26. Mai 2011
Sonntag, 22. Mai 2011
Infos
Infos aus malawischer Literatur und von „Fachleuten“
Musik und Tanz
Auch heute noch sind traditionelle Tänze sehr lebendig im kulturellen Leben enthalten und aufgrund der Völkervielfalt und den unterschiedlichen Stämmen sehr zahlreich und verschieden. Musik und Tanz haben in ganz Afrika eine besondere Bedeutungen und gehören zum Leben wie Essen und Trinken auch. Oft dienen sie religiösen und profanen Zwecken, sind Lebenselixier oder Ausdruck ungebändigter Vitalität. Den meisten Tänzen liegen jedoch spirituelle Motive zugrunde, wie beispielsweise das Hoffen auf Regen, der Dank für eine gute Ernte, die Zurschaustellung militärischer Stärke oder aber das Abwenden eines Unheils. Ein spiritueller Kontakt zu den Ahnen soll durch diese Tänze hergestellt werden und viele Tänzer fallen durch den eindringlichen Klang der Trommeln anscheinend sogar in Trance.
In Malawi selbst gibt es zahlreiche Tänze doch der berühmteste Tanz ist der Gule Wamkulu-Tanz. Er zählt aufgrund von Holzmasken und fantasievollen Kostümen aus Federschmuck und viel Bemalung zum Höhepunkt eines Festes. Scheinbar dürfen nur Mitglieder des strengen „Nyau-Geheimbundes“ diesen Tanz offiziell tanzen. Die häufigsten Themen sind die Macht und Kraft der Geister und des Medizinmannes.
Bei den kriegerischem Stamm der Yao im Süden Malawis dominieren Tänze, die an die Militärmärsche aus alten Kolonialtagen erinnern. Die Tänze drücken mit Hilfe von Trillerpfeife und Uniformen den militärischen Drill aus. Der beliebteste Yao-Tanz ist der Beni, der übrigens wie alle Kriegstänze ein Männertanz ist.
Auch der Stamm der Ngoni hat seinen ganz eigenen Tanz: Ingoma.
Es ist ein besonders wilder und ausdrucksstarker Tanz und früher wurden diese Tänze oft nach erfolgreicher Jagd und Kriegszügen dargeboten. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Tänze, doch dies sind die bekanntesten und die Tänze, deren Hintergrund ich teilweise in Erfahrung bringen konnte.
Das wichtigste Musikinstrument in Malawi ist wohl die Trommel. Früher war es ein Machtsymbol der Könige und Häuptlinge und heute haben die Trommeln eine besondere, fast religiöse Bedeutung. Meistens werden die selbst gebauten Trommeln vor Fremden nicht gezeigt, keinesfalls verkauft und nur sonntags in der Kirche oder auf Festen verwendet.
Hochzeit
Wenn ein junger Mann ein Mädchen heiraten möchte, muss er zuerst seine Großeltern um Erlaubnis bitten. Diese werden sich dann zunächst erkundigen, ob die Familie der Braut einen ordentlichen Ruf hat. (Den gleichen Weg muss auch das Mädchen gehen.)
Wenn einer der beiden Seiten die Heirat ablehnt, müssen die jungen Leute ihren Heiratswunsch aufgeben. Sind die Familien allerdings einverstanden, so wird ein Brautpreis (Lobola) ausgehandelt, der den Brauteltern ausgezahlt wird. Dabei kann es sich je nach Region um eine Kuh, Ziegen, Hühner, Mais oder auch Geld handeln. Die Brautleute dürfen sich von diesem Augenblick an nicht mehr sehen. Beide Familien treffen nun große Vorbereitungen für die Hochzeit. Es wird beispielsweise auf Vorrat gekocht und eine Menge Bier (aus Maismehl) selbst gebraut. Dann erhalten die beiden an mehreren Abenden eine Art Eheeinweisung von einem älteren Mann oder einer der älteren Frauen aus dem Dorf, die beide nicht mit den Brautleuten verwandt sein dürfen. Während des anschließenden großen Hochzeitsfestes sind jener Mann und jene Frau die Ehrenpersonen.
Ich weiß nicht, ob jede Hochzeit in diesem Stil und mit diesen Ritualen abgehalten wird, aber in den Dörfern sind diese Traditionen durchaus noch stark verankert.
Gerüchten zufolge muss der Onkel des Bräutigams vor der Hochzeit die zukünftige Braut erst „auschecken“ und Geschlechtsverkehr mit ihr ausüben, um zu sehen, ob die Braut „reif“ und gut genug für den Bräutigam ist.
Gesundheitswesen:
In Malawi liegt die durchschnittliche Lebenserwartung lediglich bei 43 Jahren. In einem Alter von über 40 Jahren wird man dadurch öfters auch schon mal als „Agogo“ (Alter Mann / Alte Frau) angesprochen. Auf ca. 50 000 Einwohner kommt ein Arzt und einen Zahnarzt gibt es pro 450 000 Einwohner (jedoch sind Fachärzte immer nur in größeren Städten stationiert).
Dies zeigt deutlich die medizinische Unterversorgung Malawis. Zu den häufigsten Krankheiten zählen Malaria, Bilharziose (entlang des Malawisees gilt die Bevölkerung als infiziert), Aids sowie Mangelerscheinungen durch einseitige und unregelmäßige Ernährung. Bereits seit 2004 meldet Malawi jährlich mehr als 80 000 Aids-Tote.
Die Rolle des Chiefs
Jedes Volk in Malawi hat mehrere Chiefs, die über verschiedene Regionen regieren. Ein Chief ist weit mehr als ein Dorfvorsteher, aber doch weniger als ein König. Seinem Volk gegenüber strahlt er eine größere Macht aus als die Landesregierung und genießt dadurch enormen Respekt und Verehrung innerhalb seines Volkes. Er kann allerdings auch abgewählt werden, wenn seine Beschlüsse zu ungerecht werden. Im Grunde ist der Chief eine Art „Schiedsrichter“ für alle Alltagsprobleme und gemeinschaftlichen Entscheidungen. Er ist Hüter von Gesetz, Ordnung und Moral. Im Prinzip wird alles im Dorf vom Chief geregelt und dann bedingungslos akzeptiert. Damit ein Chief richtige und faire Entscheidungen trifft, lässt er sich hierbei oft von dem Dorfältesten oder gebildeten Männern aus dem Dorf helfen.
Musik und Tanz
Auch heute noch sind traditionelle Tänze sehr lebendig im kulturellen Leben enthalten und aufgrund der Völkervielfalt und den unterschiedlichen Stämmen sehr zahlreich und verschieden. Musik und Tanz haben in ganz Afrika eine besondere Bedeutungen und gehören zum Leben wie Essen und Trinken auch. Oft dienen sie religiösen und profanen Zwecken, sind Lebenselixier oder Ausdruck ungebändigter Vitalität. Den meisten Tänzen liegen jedoch spirituelle Motive zugrunde, wie beispielsweise das Hoffen auf Regen, der Dank für eine gute Ernte, die Zurschaustellung militärischer Stärke oder aber das Abwenden eines Unheils. Ein spiritueller Kontakt zu den Ahnen soll durch diese Tänze hergestellt werden und viele Tänzer fallen durch den eindringlichen Klang der Trommeln anscheinend sogar in Trance.
In Malawi selbst gibt es zahlreiche Tänze doch der berühmteste Tanz ist der Gule Wamkulu-Tanz. Er zählt aufgrund von Holzmasken und fantasievollen Kostümen aus Federschmuck und viel Bemalung zum Höhepunkt eines Festes. Scheinbar dürfen nur Mitglieder des strengen „Nyau-Geheimbundes“ diesen Tanz offiziell tanzen. Die häufigsten Themen sind die Macht und Kraft der Geister und des Medizinmannes.
Bei den kriegerischem Stamm der Yao im Süden Malawis dominieren Tänze, die an die Militärmärsche aus alten Kolonialtagen erinnern. Die Tänze drücken mit Hilfe von Trillerpfeife und Uniformen den militärischen Drill aus. Der beliebteste Yao-Tanz ist der Beni, der übrigens wie alle Kriegstänze ein Männertanz ist.
Auch der Stamm der Ngoni hat seinen ganz eigenen Tanz: Ingoma.
Es ist ein besonders wilder und ausdrucksstarker Tanz und früher wurden diese Tänze oft nach erfolgreicher Jagd und Kriegszügen dargeboten. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Tänze, doch dies sind die bekanntesten und die Tänze, deren Hintergrund ich teilweise in Erfahrung bringen konnte.
Das wichtigste Musikinstrument in Malawi ist wohl die Trommel. Früher war es ein Machtsymbol der Könige und Häuptlinge und heute haben die Trommeln eine besondere, fast religiöse Bedeutung. Meistens werden die selbst gebauten Trommeln vor Fremden nicht gezeigt, keinesfalls verkauft und nur sonntags in der Kirche oder auf Festen verwendet.
Hochzeit
Wenn ein junger Mann ein Mädchen heiraten möchte, muss er zuerst seine Großeltern um Erlaubnis bitten. Diese werden sich dann zunächst erkundigen, ob die Familie der Braut einen ordentlichen Ruf hat. (Den gleichen Weg muss auch das Mädchen gehen.)
Wenn einer der beiden Seiten die Heirat ablehnt, müssen die jungen Leute ihren Heiratswunsch aufgeben. Sind die Familien allerdings einverstanden, so wird ein Brautpreis (Lobola) ausgehandelt, der den Brauteltern ausgezahlt wird. Dabei kann es sich je nach Region um eine Kuh, Ziegen, Hühner, Mais oder auch Geld handeln. Die Brautleute dürfen sich von diesem Augenblick an nicht mehr sehen. Beide Familien treffen nun große Vorbereitungen für die Hochzeit. Es wird beispielsweise auf Vorrat gekocht und eine Menge Bier (aus Maismehl) selbst gebraut. Dann erhalten die beiden an mehreren Abenden eine Art Eheeinweisung von einem älteren Mann oder einer der älteren Frauen aus dem Dorf, die beide nicht mit den Brautleuten verwandt sein dürfen. Während des anschließenden großen Hochzeitsfestes sind jener Mann und jene Frau die Ehrenpersonen.
Ich weiß nicht, ob jede Hochzeit in diesem Stil und mit diesen Ritualen abgehalten wird, aber in den Dörfern sind diese Traditionen durchaus noch stark verankert.
Gerüchten zufolge muss der Onkel des Bräutigams vor der Hochzeit die zukünftige Braut erst „auschecken“ und Geschlechtsverkehr mit ihr ausüben, um zu sehen, ob die Braut „reif“ und gut genug für den Bräutigam ist.
Gesundheitswesen:
In Malawi liegt die durchschnittliche Lebenserwartung lediglich bei 43 Jahren. In einem Alter von über 40 Jahren wird man dadurch öfters auch schon mal als „Agogo“ (Alter Mann / Alte Frau) angesprochen. Auf ca. 50 000 Einwohner kommt ein Arzt und einen Zahnarzt gibt es pro 450 000 Einwohner (jedoch sind Fachärzte immer nur in größeren Städten stationiert).
Dies zeigt deutlich die medizinische Unterversorgung Malawis. Zu den häufigsten Krankheiten zählen Malaria, Bilharziose (entlang des Malawisees gilt die Bevölkerung als infiziert), Aids sowie Mangelerscheinungen durch einseitige und unregelmäßige Ernährung. Bereits seit 2004 meldet Malawi jährlich mehr als 80 000 Aids-Tote.
Die Rolle des Chiefs
Jedes Volk in Malawi hat mehrere Chiefs, die über verschiedene Regionen regieren. Ein Chief ist weit mehr als ein Dorfvorsteher, aber doch weniger als ein König. Seinem Volk gegenüber strahlt er eine größere Macht aus als die Landesregierung und genießt dadurch enormen Respekt und Verehrung innerhalb seines Volkes. Er kann allerdings auch abgewählt werden, wenn seine Beschlüsse zu ungerecht werden. Im Grunde ist der Chief eine Art „Schiedsrichter“ für alle Alltagsprobleme und gemeinschaftlichen Entscheidungen. Er ist Hüter von Gesetz, Ordnung und Moral. Im Prinzip wird alles im Dorf vom Chief geregelt und dann bedingungslos akzeptiert. Damit ein Chief richtige und faire Entscheidungen trifft, lässt er sich hierbei oft von dem Dorfältesten oder gebildeten Männern aus dem Dorf helfen.
Ende Februar & Anfang Maerz
Geburtstag des Präsidenten
Ende Februar wurden wir relativ spontan zu der Geburtstagsfeier des malawischen Präsidenten „eingeladen“. Früh morgens um halb 6 ging es gemeinsam mit einer Schwester los in Richtung Lilongwe und gegen 8 Uhr erreichten wir dann das Stadion der Hauptstadt, in dem der 77. Geburtstag des Präsidenten Dr. Bingu Muthalika zu einem riesigen Festival umgewandelt wurde.
Die Feier begann mit einem riesigen Einzug von Musikkapellen und unzähligen marschierenden Soldaten. Zur Eröffnung wurde dann natürlich die malawische Nationalhymne gespielt und gesungen und anschließend gab es ein bunten Programm bestehend aus Festreden, traditionellen Tänzen und Gesängen, kleinen Theaterstücken und Gedichtsvorträgen. Ein Mann ist beispielsweise in traditioneller Verkleidung mit Holzmaske und Federkostüm einen Baumstamm, der zuvor einfach nur in ein gegrabenes Loch in der Erde gesteckt wurde, hoch geklettert, hat sich oben mit dem Bauch auf die Spitze des Stammes gelegt und ist anschließend kopfüber wieder hinunter geklettert.
Am Ende der Feier wurden noch Netball und Fußball von Amateurmannschaften (z.B. Parlament gegen Presse) gespielt und es gab noch ein „Wettrennen“ der Parlamentsmitglieder, die bereits über 70 Jahre sind!
Am beeindruckendsten war für mich allerdings zu sehen, wie die Soldaten und Musikkapellen zum Radetzkymarsch durchs Stadion marschierten.
Unser Geschenk bestand aus einem bunt geschmücktem Korb mit lauter Luftballons, gefüllt mit Pilzen und Eiern. Wir waren nämlich stellvertretend für einige Frauen eines „Pilzprojektes“ auf dem Geburtstag, was dieses doch etwas andere Geschenk erklärt.
Insgesamt sah das Geschenk eher aus wie ein Kindergeburtstagsgeschenk, war hier in Malawi jedoch ein echter Hingucker.
Wenn man sich jetzt vorstellt, dass man gemeinsam mit Angela Merkel ihren Geburtstag feiert und ihr einen Korb mit Eiern und Pilzen überreicht, klingt das doch etwas lächerlich, aber hier in Malawi ist so etwas wohl normal.
Kachebere
Priesterschülereinkleidung
Anfang März folgte dann direkt das nächste große Ereignis in Kachebere, ein kleiner Ort an der sambischen Grenze, in dem ein Seminar (eine Schule für ca. 75 Priesterschüler), zwei Konvente und eine Secondary School sind. Bei diesem Fest wurden die 15 neuen Priesterschüler in einer feierlichen Messe eingekleidet und anschließend gefeiert. (Der Bischof klagte in seiner Rede etwas darüber, dass es in ganz Malawi nur so wenige Priesterschüler gibt, vergleicht man das jetzt mal mit Deutschland....)
Die Feier begann morgens mit einem 3 stündigen Gottesdienst, in dem viel gesungen und getanzt wurde. Danach war es dann auch schon Zeit für das Mittagessen, das in einem riesigen Speisesaal gemeinsam mit allen Priesterschülern und Gästen eingenommen wurde. Im Anschluss daran, gab es ein Sportprogramm (Fußball, Basketball, Volleyball) und dann gab es wieder einmal Essen. =)
Abends gab es dann noch einen „Social Evening“. Das bedeutet, dass sich wieder einmal alle Gäste in einem Raum treffen und ein buntes Programm aus Tänzen, musikalischen Vorträgen, Theaterstücken und Sketchen dargeboten wird. Es war ein langes Programm (wir waren erst nach Mitternacht wieder zuhause, was für malawische Verhältnisse tatsächlich ziemlich spät ist, da an sonst ab halb 7 – wenn es dunkel ist – eigentlich nicht mehr raus gehen soll..), das obwohl es größtenteils in Chichewa war, sehr lustig und interessant war. Am Ende rundete der „Gule Wamkulu“ - Tanz (mit wirklich verrückten Kostümen) den feierlichen Tag ab und alle fuhren wieder nach Hause (Hund überfahren!)
Ende Februar wurden wir relativ spontan zu der Geburtstagsfeier des malawischen Präsidenten „eingeladen“. Früh morgens um halb 6 ging es gemeinsam mit einer Schwester los in Richtung Lilongwe und gegen 8 Uhr erreichten wir dann das Stadion der Hauptstadt, in dem der 77. Geburtstag des Präsidenten Dr. Bingu Muthalika zu einem riesigen Festival umgewandelt wurde.
Die Feier begann mit einem riesigen Einzug von Musikkapellen und unzähligen marschierenden Soldaten. Zur Eröffnung wurde dann natürlich die malawische Nationalhymne gespielt und gesungen und anschließend gab es ein bunten Programm bestehend aus Festreden, traditionellen Tänzen und Gesängen, kleinen Theaterstücken und Gedichtsvorträgen. Ein Mann ist beispielsweise in traditioneller Verkleidung mit Holzmaske und Federkostüm einen Baumstamm, der zuvor einfach nur in ein gegrabenes Loch in der Erde gesteckt wurde, hoch geklettert, hat sich oben mit dem Bauch auf die Spitze des Stammes gelegt und ist anschließend kopfüber wieder hinunter geklettert.
Am Ende der Feier wurden noch Netball und Fußball von Amateurmannschaften (z.B. Parlament gegen Presse) gespielt und es gab noch ein „Wettrennen“ der Parlamentsmitglieder, die bereits über 70 Jahre sind!
Am beeindruckendsten war für mich allerdings zu sehen, wie die Soldaten und Musikkapellen zum Radetzkymarsch durchs Stadion marschierten.
Unser Geschenk bestand aus einem bunt geschmücktem Korb mit lauter Luftballons, gefüllt mit Pilzen und Eiern. Wir waren nämlich stellvertretend für einige Frauen eines „Pilzprojektes“ auf dem Geburtstag, was dieses doch etwas andere Geschenk erklärt.
Insgesamt sah das Geschenk eher aus wie ein Kindergeburtstagsgeschenk, war hier in Malawi jedoch ein echter Hingucker.
Wenn man sich jetzt vorstellt, dass man gemeinsam mit Angela Merkel ihren Geburtstag feiert und ihr einen Korb mit Eiern und Pilzen überreicht, klingt das doch etwas lächerlich, aber hier in Malawi ist so etwas wohl normal.
Kachebere
Priesterschülereinkleidung
Anfang März folgte dann direkt das nächste große Ereignis in Kachebere, ein kleiner Ort an der sambischen Grenze, in dem ein Seminar (eine Schule für ca. 75 Priesterschüler), zwei Konvente und eine Secondary School sind. Bei diesem Fest wurden die 15 neuen Priesterschüler in einer feierlichen Messe eingekleidet und anschließend gefeiert. (Der Bischof klagte in seiner Rede etwas darüber, dass es in ganz Malawi nur so wenige Priesterschüler gibt, vergleicht man das jetzt mal mit Deutschland....)
Die Feier begann morgens mit einem 3 stündigen Gottesdienst, in dem viel gesungen und getanzt wurde. Danach war es dann auch schon Zeit für das Mittagessen, das in einem riesigen Speisesaal gemeinsam mit allen Priesterschülern und Gästen eingenommen wurde. Im Anschluss daran, gab es ein Sportprogramm (Fußball, Basketball, Volleyball) und dann gab es wieder einmal Essen. =)
Abends gab es dann noch einen „Social Evening“. Das bedeutet, dass sich wieder einmal alle Gäste in einem Raum treffen und ein buntes Programm aus Tänzen, musikalischen Vorträgen, Theaterstücken und Sketchen dargeboten wird. Es war ein langes Programm (wir waren erst nach Mitternacht wieder zuhause, was für malawische Verhältnisse tatsächlich ziemlich spät ist, da an sonst ab halb 7 – wenn es dunkel ist – eigentlich nicht mehr raus gehen soll..), das obwohl es größtenteils in Chichewa war, sehr lustig und interessant war. Am Ende rundete der „Gule Wamkulu“ - Tanz (mit wirklich verrückten Kostümen) den feierlichen Tag ab und alle fuhren wieder nach Hause (Hund überfahren!)
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