Geburtstag des Präsidenten
Ende Februar wurden wir relativ spontan zu der Geburtstagsfeier des malawischen Präsidenten „eingeladen“. Früh morgens um halb 6 ging es gemeinsam mit einer Schwester los in Richtung Lilongwe und gegen 8 Uhr erreichten wir dann das Stadion der Hauptstadt, in dem der 77. Geburtstag des Präsidenten Dr. Bingu Muthalika zu einem riesigen Festival umgewandelt wurde.
Die Feier begann mit einem riesigen Einzug von Musikkapellen und unzähligen marschierenden Soldaten. Zur Eröffnung wurde dann natürlich die malawische Nationalhymne gespielt und gesungen und anschließend gab es ein bunten Programm bestehend aus Festreden, traditionellen Tänzen und Gesängen, kleinen Theaterstücken und Gedichtsvorträgen. Ein Mann ist beispielsweise in traditioneller Verkleidung mit Holzmaske und Federkostüm einen Baumstamm, der zuvor einfach nur in ein gegrabenes Loch in der Erde gesteckt wurde, hoch geklettert, hat sich oben mit dem Bauch auf die Spitze des Stammes gelegt und ist anschließend kopfüber wieder hinunter geklettert.
Am Ende der Feier wurden noch Netball und Fußball von Amateurmannschaften (z.B. Parlament gegen Presse) gespielt und es gab noch ein „Wettrennen“ der Parlamentsmitglieder, die bereits über 70 Jahre sind!
Am beeindruckendsten war für mich allerdings zu sehen, wie die Soldaten und Musikkapellen zum Radetzkymarsch durchs Stadion marschierten.
Unser Geschenk bestand aus einem bunt geschmücktem Korb mit lauter Luftballons, gefüllt mit Pilzen und Eiern. Wir waren nämlich stellvertretend für einige Frauen eines „Pilzprojektes“ auf dem Geburtstag, was dieses doch etwas andere Geschenk erklärt.
Insgesamt sah das Geschenk eher aus wie ein Kindergeburtstagsgeschenk, war hier in Malawi jedoch ein echter Hingucker.
Wenn man sich jetzt vorstellt, dass man gemeinsam mit Angela Merkel ihren Geburtstag feiert und ihr einen Korb mit Eiern und Pilzen überreicht, klingt das doch etwas lächerlich, aber hier in Malawi ist so etwas wohl normal.
Kachebere
Priesterschülereinkleidung
Anfang März folgte dann direkt das nächste große Ereignis in Kachebere, ein kleiner Ort an der sambischen Grenze, in dem ein Seminar (eine Schule für ca. 75 Priesterschüler), zwei Konvente und eine Secondary School sind. Bei diesem Fest wurden die 15 neuen Priesterschüler in einer feierlichen Messe eingekleidet und anschließend gefeiert. (Der Bischof klagte in seiner Rede etwas darüber, dass es in ganz Malawi nur so wenige Priesterschüler gibt, vergleicht man das jetzt mal mit Deutschland....)
Die Feier begann morgens mit einem 3 stündigen Gottesdienst, in dem viel gesungen und getanzt wurde. Danach war es dann auch schon Zeit für das Mittagessen, das in einem riesigen Speisesaal gemeinsam mit allen Priesterschülern und Gästen eingenommen wurde. Im Anschluss daran, gab es ein Sportprogramm (Fußball, Basketball, Volleyball) und dann gab es wieder einmal Essen. =)
Abends gab es dann noch einen „Social Evening“. Das bedeutet, dass sich wieder einmal alle Gäste in einem Raum treffen und ein buntes Programm aus Tänzen, musikalischen Vorträgen, Theaterstücken und Sketchen dargeboten wird. Es war ein langes Programm (wir waren erst nach Mitternacht wieder zuhause, was für malawische Verhältnisse tatsächlich ziemlich spät ist, da an sonst ab halb 7 – wenn es dunkel ist – eigentlich nicht mehr raus gehen soll..), das obwohl es größtenteils in Chichewa war, sehr lustig und interessant war. Am Ende rundete der „Gule Wamkulu“ - Tanz (mit wirklich verrückten Kostümen) den feierlichen Tag ab und alle fuhren wieder nach Hause (Hund überfahren!)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen