Ende Mai hat es mich dann auch erwischt und ich lag mit Malaria flach. In meiner letzten Unterrichtsstunde am Montag konnte ich nicht mehr stehen, weil mir meine Beine so weh taten und ich hatte trotz ca 30° Außentemperatur totale Gänsehaut. Ich bin dann also so schnell es ging nach Hause, habe Fieber gemessen (40°), mich hingelegt und mit 3 Decken zugedeckt.
Verena ist dann zum Krankenhaus gegangen (ich hätte den Weg bis dahin glaube ich nicht geschafft) und hat mir, als sie wiederkam, Blut abgenommen. Damit ist sie dann wieder rüber ins Krankenhaus gestiefelt, hat im Labor das Blut untersuchen lassen und ist anschließend zum Arzt gegangen. Als Verena dann wieder hier war, erzählte sie mir, dass ich Malaria (tropica – die wohl schlimmste Form) habe und zwar fast 2+ (Es fängt an mit 1+, was noch nicht ganz so gefährlich ist, und geht dann weiter bis 4+), was aber für uns Azungus (weiße) schon eher wie 3+ oder 4+ bei den Malawiern wäre.
Der Arzt wollte eigentlich, dass ich ins Krankenhaus gehe und auch da bleibe und er wollte mich an einen Tropf hängen. Aber da ich mich hier viel wohler fühle als im Krankenhaus (es gibt dort nämlich keine getrennten Zimmer, sondern nur einen großen Raum für alle Frauen) konnte ich ihn davon überzeugen, hier zu bleiben.
Seit Montag nehme ich jetzt 3 mal täglich Medizin – jeweils 2 Tabletten Aspirin und 2 Tabletten Quinine (ein Anit-Malaria-Mittel,was allerdings nicht ganz ohne ist).
Durch das Quinine werden meine Ohren langsam taub und ich fühle mich, als würde mein Kopf explodieren.
Am schlimmsten sind jedoch die Nächte. Entweder habe ich totale Schüttelfrost, so dass ich am ganzen Körper richtig zitter und mit 4 Decken immer noch friere, oder aber ich schwitze wie sonst was und würde am liebsten kalt duschen (das Problem ist nur, dass ich nicht aufstehen kann). Ich bin eigentlich ständig nassgeschwitzt und fühle mich richtig ekelig.
Ich muss jetzt noch bis Sonntag meine Medizin durchnehmen, und dann sollte es mir langsam besser gehen.
Heute war die erste Nacht, in der ich wirklich mal einigermaßen gut geschlafen habe. Zwar war am nächsten Morgen mein Bett total nass und ich hatte das Gefühl, dass alles klebt an meinem Körper, aber immerhin war ich nicht bis 4 Uhr nachts wach um dann nur für 2 Stunden zu schlafen.
Tagsüber ist mein Zustand immer sehr wechselhaft. Dienstag ging es mir sogar eigentlich ganz gut, aber bereits am nächsten Tag hatte ich wieder einmal Schüttelfrost-Attacken und mir war einfach nur schlecht.
Wenn ich mit Mama telefoniere oder aber die Schwester vorbeikommen um nach mir zu sehen, müssen sie schon fast schreien, damit ich überhaupt etwas verstehe. Quinine ist wirklich nicht ohne, aber so lange man es bis zum Ende durchnimmt, soll es dafür sorgen, dass die Malaria nicht zurückkommt!