sonnenuntergang

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Samstag, 25. September 2010

Fakten ueber Malawi

Malawi ist ein Binnenstaat im Süd-Osten Afrikas. Es grenzt im Osten und Süden an Mosambik, im Norden an Tansania und im Westen an Sambia.
Malawi zählt insgesamt ca. 13. Millionen Einwohner und die Hauptstadt des Landes ist Lilongwe. 1964 gewann Malawi seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich.
Der Malawisee ist das drittgrößte Binnengewässer Afrikas und der höchste Berg ist der Sapitwa (mit 3002 Metern). Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken zwischen 19°C und 32°C von November bis April und zwischen 14°C und 24°C von Mai bis Oktober. Der Juli ist der kühlste Monat - die Nächte können kalt sein, besonders im Bergland. Die Regenzeit ist zwischen November und April, in dieser Zeit kann die Luftfeuchtigkeit morgens fast 100% betragen.
11,9 % der Erwachsenen (15–49 Jahre) sind HIV-positiv. Die Analphabetenrate liegt bei durchschnittlich 30 %. Die Mehrheit der Bevölkerung in Malawi lebt von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Eine malawische Frau bringt in ihrem Leben durchschnittlich 6,3 Kinder zur Welt. Diese hohe Fruchtbarkeitsrate ist unter anderem dadurch bedingt, dass nur 39 % der Frauen moderne Verhütungsmittel zur Verfügung stehen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 43 Jahre. Amtssprachen sind die Bantusprache Chichewa und Englisch. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, mit 12 Prozent hat Malawi einen höheren Anteil Moslems als die anderen Länder im südlichen Afrika. In Malawi stieg die Zahl der Grundschüler seit der Einführung des freien Grundschulunterrichts 1995 von 1,9 Millionen auf 3,4 Millionen. Damals gingen nur die Hälfte der Kinder im schulfähigen Alter in die Schule, heute sind es 80 %. Ein Hauptproblem in den Dorfschulen sind die Klassengrößen von mehr als 80 Kindern. Es besteht ein großer Mangel an Lehrern. In den letzten zehn Jahren wurden viele Lehrer ohne Lehramtsstudium eingestellt und viele ehemalige Lehrer zurückgeholt, um die Situation zu verbessern. Malawi hat sechs Flughäfen mit asphaltierten Start- und Landebahnen und 37 mit nicht asphaltierten Start- und Landebahnen. Es gibt eine nationale Fluglinie „Air Malawi“ mit drei Flugzeugen!

how to kill a chicken

Ich entschuldige mich jetzt schon mal für mein nicht vorhandenes Fachvokabular!
Wenn man in Malawi ein Hühnchen essen will, dann geht man gewöhnlich nicht in einen Supermarkt und kauft eins (sowieso nur in Lilongwe möglich), sondern fragt den Besitzer eines Huhns ob man es ihm abkaufen kann. (Manchmal kriegt man auch ein Huhn geschenkt!)
Dann werden die Füße zusammengebunden, so dass es nicht weglaufen kann, und man deponiert es im Gästezimmer bis man es irgendwann nachmittags zubereitet =)
Wenn man sich dann dazu entschlossen hat, ein Huhn zu töten um es abends zu essen geht man folgendermaßen vor:
Als erstes braucht man ein spitzes, großes Messer, mit dem man die Kehle des Huhns durchschneidet. Dazu setzt man das Huhn vor sich auf den Boden, dreht beide Füße des Huhn zu jeweils einer Seite und stellt seine eigenen Füße darauf. Ein gekonnter Schnitt irgendwo am Hals und das Huhn ist tot - Nachdem es zu Ende gezappelt hat.
Als nächstes packt man das Huhn in einen großen Eimer und überschüttet es mit heißem Wasser.
2 Minuten „einweichen“ lassen und dann das Wasser wieder auskippen. Jetzt wird das Huhn gerupft. Man fängt am Hals an, geht zum „Haupt-Körper“ über, dann die Flügel und zuletzt die Füße und der Kopf. Ja – auch Füße und Kopf werden hier in Afrika verwendet und nicht weggeworfen.
Wenn man mit dem groben Federrupfen fertig ist, kommt die Feinarbeit. Dazu setzt man das Chicken in die Spüle, lässt warmes Wasser laufen und beseitigt die letzten, kleinen Federn.
Ist das Huhn nun vollständig von Federn befreit, sieht es gar nicht mehr so ungewohnt aus. Jetzt trennt man nur noch den Kopf ab und die Füße, entfernt die Innereien und schon sieht es aus, als hätte man ein Hähnchen im Supermarkt gekauft – oder zumindest so ähnlich!!!

Freitag, 24. September 2010

Schule

Seit dem 6. September hat die Schule hier in Ludzi wieder angefangen und seit dem 13. unterrichte ich. Habe eine 6. Klasse mit ueber 120 Maedels, denen ich jeden Tag eine Schulstunde in "Expressive Arts" gebe. Dazu gehoeren dann traditionelle Taenze (von denen ich keine Ahnung habe), Musik allgemein, Naehen und Basteln, Zeichnen und Sport im Allgemeinen. Ich habe zwar einen Lehrplan, aber ich kann mir selbst ausschen, wie ich meine Stunden gestalte - solange sie etwas mit dem Thema zu tun haben. Da die Schuelerinnen fuer die Aufgaben oft viel Platz brauchen, findet der Grossteil des Unterrichts in "Expressive Arts" momentan draussen statt.
Jeden Morgen um viertel nach 7 versammeln sich an die 1000 Maedels auf dem Schulhof zur "Assembly!" Da wird dann ein kurzes Gzmnastikprogramm von 2 min absolviert, danach gemeinsam gebetet und dann singen alle die Nationalhymne. Ab und zu gibt es zum Ende hin auch noch ein weiteres Lied und dann rennen alle Kiddis in ihre Klassen und man muss aufpassen, dass man nicht im Weg steht.
Die Schulstunden dauern jeweils eine halbe Stunde und um viertel vor 2 endet der Unterricht. Als „Schulgong“ wird hier eine große Trommel verwendet, die die Signale für Assembly, Pause und Stundenanfang und -ende gibt. Die Klassen 1 – 5 haben keine Bestuhlung in ihren Klassen und sitzen somit auf dem Boden. In den Klassen 6 – 8 gibt es zwar Bestuhlung aber nicht genügend für alle Kinder. Einige sitzen also zu 3. an Tischbänken oder vor dem kleinen Podest (auf dem der Lehrer steht) auf dem Boden. Wenn sie dann irgendwelche Fragen haben oder auf Toilette gehen wollen, kommen sie zu dem Pult und knien sich vor mich. Das ist total ungewohnt und macht es nicht gerade einfach, sie zu verstehen.
Der Unterricht ist generell sehr anders als in Deutschland. Meistens haben nur 5 von 125 Schülern ein Buch zur Verfügung – was vor allem in Fächern wie Englisch dazu führt, dass die Schüler nicht mitlesen können und somit selbst nicht wirklich gut Englisch lesen können, weil sie es einfach nie üben...Es mangelt an den Grundmaterialien, was den Unterricht nicht wirklich erleichtert. Das Lehrerkollegium besteht aus ca. 13 Lehrern. In der ersten Woche hab ich mir den Unterricht von Mr. Mphwenya angeguckt und einen deutlichen Unterschied zu vielen deutschen Lehrern festgestellt - In Deutschland findet man nicht viele Lehrer, die sich vor der gesamten Klasse "zum Affen machen" (Wie wir Deutschen es nennen würden), nur um etwas zu demonstieren oder zu veranschaulichen. Faszinierend wie oft alle (inklusive Lehrer) Spaß beim Lernen und Lehren haben und vielleicht führt gerade diese positive Grundstimmung dazu, dass alle bei der Sache sind (obwohl man ein Gemurmel nicht immer ganz ausschalten kann – Aber das ist auch kein Wunder bei der Klassengröße)!
Ich habe jetzt schon Respekt davor, die ganzen Namen zu lernen und die Mädels dann auch noch einzeln benoten zu müssen.... Glaube man verliert sehr schnell den Überblick =)

Lilongwe

4. September:
Waren heute das erste Mal in der Hauptstadt Lilongwe.
Los ging es wie immer mit Cabasa, dann weiter mit Minibus fuer 1 1/2 Stunden. Auf engstem Raum sitzt man gequetscht bei 30 Grad Aussentemperatur und ohne Klimaanlage, umgeben von lauter Kindern, die einem auf den Schoss gesetzt werden und (noch) lebenden Huehnern. Die afrikanischen Personentransportmittel sind staendig heillos ueberfuellt und verkehrstechnisch gesehen eigentlich nicht mehr funktionstuechtig :)
An der Grenze des Distrikts wurden wir von der Polizei angehalten. Dann mussten wir alle einmal raus und es folgte eine Gepaeckkontrolle - es wird nach Schmuggel und illegal eingefuehrter Ware gesucht.
Danach koennen sich alle wieder neu sortieren und weiter geht die feucht froehliche Fahrt mit (Gott sei Dank) ordentlich Durchzug. Wir waren zu 5. unterwegs, mit den 3 anderen Deutschen aus Guilleme, und galten immernoch als Attraktion. Wurden von allen Seiten angesprochen und jeder wollte wissen, wo wir herkommen und was wir hier machen. In Lilongwe gings dann erstmal direkt zur Nationalbank Geld umtauschen. (Da der Kurs aber gerade nicht so gut war, nur das noetigste)! Danach ab zum Internetcafe - definitiv preiswerter und schneller als in Mchinji. Ich glaube ich habe fuer gut 40 Min gerade mal 175 Kwacha (noch nicht mal 1 Euro) bezahlt. Hab es leider trotzdem nicht geschafft Bilder oder Videos hochzuladen, aber das kommt jetzt hoffe ich....
Als wir dann aus dem Internetcafe kamen, wurden wir direkt von afrikanischen Haendlern umzingelt und haben zum ersten Mal (mehr oder weniger) erfolgreich verhandelt. Am Afrikanischen Markt folgten dann weitere Haendler, die staendig mit dir verhandeln, obwohl du gar nichts kaufen willst - EIGENTLICH!
Anschliessend gabs dann lecker Pizza in "Alibabas Imbiss" ! - Gut zu wissen, dass es einen Ort gibt, der einem wenigstens ein bisschen heimisch vorkommt :)
Der erste "Kulturschock" folgte dann im Supermarkt in Lilongwe. Vergleicht man den mit den Maerkten auf den Doerfern, denkt man nicht, dass beides nur 1 1/2 Stunden voneinander entfernt ist. Man bekommt fast alles / natuerlich zu Hammer Preisen, sobald es nicht aus dem eigenen Land kommt.
Zurueck zur Minibus-Haltestelle, wo man wiederum von 1000 verschiedenen Fahrern das beste Angebot auswaehlt und sich genauso gequetscht und ueberfuellt wieder auf den Heimweg macht....

Samstag, 4. September 2010

29. August
Waren heute morgen in de Kirche. 2 Stunden – normaler Gottesdienst! Wurden mitten im Gottesdienst vom Priester nach vorne gerufen – der hat uns dann vorgestellt und meinte es wäre schön, dass wir im Chor mitsingen würden und er freut sich total, dass wir jetzt fest dabei sind!
Verena und ich konnten nicht viel sagen, haben uns nur angeguckt, gelacht und uns bedankt! Der Chor kam dann nach der Messe auf uns zu und hat sich ebenfalls bedankt dass wir jetzt fest dabei sind. Wie kommen die darauf? ;) Naja, jedenfalls wissen wir jetzt was wir in den Abendstunden machen können....
Anschließend waren wir noch in Kamwendo beim Sonntagsmarkt (mit Cabasa natürlich)....
Das war echt übel....Uns liefen die ganze Zeit zwei Männer hinterher, die uns auf Chichewa vollgelabert haben.... Man wird die einfach nicht los. Ständig wird man von irgendwelchen Männern am Straßenrand angemacht... („Hey Sister, you want to marry me?“ - oder man wird einfach plump nach Geld „gefragt“!)
Zum Gemüse oder Obst kaufen ist es echt super, aber wenn man dann an die Fischstände kommt, vergeht einem schon mal der Appetit ;)

31.August
Wenn man durch Ludzi geht, hört man mittlerweile die kleinen Kinder, wie sie „Verena“ oder „Judi“ rufen...(Oder zumindest versuchen, die Namen halbwegs richtig auszusprechen). Da uns der Priester ja vorgestellt hat, wissen jetzt alle Bescheid =) Das ist echt süß!
Zwei von unseren Welpen sind gestorben und die Mutter ist ebenfalls tot. Aber das macht hier keinem was aus.... Generell werden die Tiere echt anders behandelt als bei uns! Ist nichts mit Hunde streicheln oder Aussagen wie „ohhh – wie süß!“.... Tiere sind entweder Arbeitstiere oder Nahrungsmittel!!!
Haben hier ständig Stromausfall. Wenn wir tagsüber Strom haben, dann fällt er in der Regel gegen 6, spätestens um halb 7 für mindestens 2 Stunden aus (Das ist mindestens alle 2 Tage so). Tagsüber fällt es einem kaum auf, es sei denn, man will gerade sein Handy oder den Laptop aufladen und es funktioniert wieder nichts. Abends wird es dann etwas nervig... Kochen ohne Strom ist nicht sooo geil ;) Und immer nur mit einer Kerze in der Hand durchs Haus zu laufen, macht mich wahnsinnig!!! =)

3. September
Hatten heute das erste Gespräch mit der Direktorin der Schule, bei dem geklärt wurde, was in der nächsten Zeit unsere Aufgabenfelder sind. Verena wird erstmal in dem Internat mitarbeiten: Zusehen, dass die Kinder pünktlich zum Unterricht kommen, sich um die kranken Kinder kümmern und das Essen vorbereiten.....
Ich werde dann die erste Zeit in der Schule mitarbeiten. Habe ein Büro, in dem ich vermutlich die meiste Zeit verbringen werde. Und dann irgendwann darf ich „Expressive Arts“ unterrichten – aber wohl nur eine Stunde pro Tag. Das sind dann Fächer wie Musik, Kunst, Sport und Tanz oder so.
Dachte ich würde da mehr integriert werden und mehrere Stunden unterrichten (eventuell auch weitere Fächer), aber vielleicht kommt das ja noch. Warten wir also erstmal ab, wie sich das alles so entwickelt!